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Heute ist die Kartoffel eine der weltweit wichtigsten Gemüsepflanzen. Ihre andauernde Beliebtheit ist auf ihre Toleranz gegenüber unterschiedlichen Umweltbedingungen zurückzuführen, die es ermöglicht sie auf der ganzen Welt anzubauen. 90% der Weltproduktion stammt heutzutage jedoch aus der "Alten Welt", vor allem aus Osteuropa.
Die Kartoffel gehört zur selben botanischen Familie wie Tomaten, Auberginen, Tabak und Belladonna und zeichnet sich durch unterirdische Wurzelknollen aus, die den genießbaren Teil der Pflanze ausmachen. Es gibt Tausende von Sorten, die alle als Angehörige der Art Solanum tuberosum angesehen werden. Die Knollen sind in Größe, Gestalt, Farbe, Lager- und Kocheigenschaften sehr unterschiedlich. Die Schale kann weiß, gelb, braun, rosa, rot oder purpur-schwarz, das Fleisch weiß, gelb, rosa oder purpurrot sein. Ihre große Bedeutung als das Hauptnahrungsmittel vieler Europäer wird durch die irische Kartoffel-Hungersnot von 1844-45 deutlich. Vorher hatte Irland mit etwa acht Millionen Einwohnern eine der größten Bevölkerungsdichten in Europa. Hungertod und Auswanderungen nach Amerika reduzierten ein paar Jahre später die Zahl auf fünf Millionen.
Kartoffeln finden viele Verwendungen sowohl als Lebensmittel und Futter als auch in der Industrie. Sie sind nahrhaft und eine wichtige Quelle für Vitamin C und Kalium sowie für Stärke. Sie werden entweder gekocht, gebacken oder gebraten gegessen, können aber auch in anderen Lebensmitteln verarbeitet werden. Stärke zum Beispiel wird als Verdickungsmittel bei der Herstellung von Desserts, Suppe und Soßen eingesetzt. Kartoffelstärke wird außerdem in der chemischen Industrie zur Herstellung zahlreicher Verbindungen, in der Papierindustrie und in der Produktion von Brennspiritus eingesetzt.
Die Vermehrung von Kartoffeln erfolgt über die Knollen der Elternpflanzen; ein Vorgang den man auch als "vegetative Vermehrung" bezeichnet. Die neue Pflanze ist folglich ein Klon der Eltern. Dies ist von kommerzieller Bedeutung, da jede gewünschte Eigenschaft erhalten bleibt. Es führt allerdings auch dazu, dass Kartoffeln für eine Reihe von Krankheiten anfällig sind, wie Viren und Kartoffel-Mehltau. Die Erzeugung von Sorten mit verbesserter Qualität, höheren Erträgen und Krankheitsresistenzen ist für Pflanzenzüchter von größter Bedeutung.
Genetische Modifikationen könnten kommerzielle Kartoffelsorten weiter verbessern. Eine Sorte wurde für den Anbau in den USA, Kanada und Japan zugelassen. Diesen Kartoffeln wurde ein Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis eingebaut, das ihnen eine Resistenz gegen den Kartoffelkäfer verleiht. Zur Zeit gibt es keine genetisch modifizierte Kartoffel, die für den Verzehr in Europa zugelassen ist.
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