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Bestandteile zahlreicher traditioneller Lebensmittel entdeckt und neue Lebensmittel entwickelt, in denen diese nützlichen Bestandteile angereichert oder zugesetzt werden.
Die europäische Dimension
Eines der bekanntesten Beispiele funktioneller Lebensmittel in Europa sind bestimmte, mit speziellen Bakterien fermentierte Milch- und Joghurtsorten, die für den menschlichen Darm gesund sind. Zusätzlich zu den fermentierten Milchprodukten wurden vor kurzem auch bestimmte Margarine-, aber auch Butterersatzsorten als cholesterinsenkend erkannt. Energiespendende Getränke sind auf dem europäischen Markt ebenfalls sehr beliebt.
Kürzlich veröffentlichte Forschungsergebnisse geben Hinweise darauf, dass bestimmte Bestandteile des Weins, die sogenannten Flavonoide, dazu beitragen können, den Körper gegen Erkrankungen der Herzkranzgefäße zu schützen. Da diese Lebensmittel nicht nur natürlich, nahrhaft, gesund und visuell attraktiv sind, sondern auch gesundheitsfördernd, steigt in Europa die Nachfrage.
Wie findet man funktionelle Bestandteile?
Diese Trends stellen eine neue Herausforderung für die Lebensmittelforschung dar. Es ist jetzt an ihr, Rohstoffquellen zu identifizieren und zu entwickeln, d. h. solche Stoffe, die die notwendigen Eigenschaften aufweisen, wie z. B. einen hohen Vitamingehalt oder andere gesundheitsfördernde Bestandteile. Die Erzeuger suchen nach gezielten Strategien zur Entwicklung von Molekülen, die in der Lage sind, Pflanzen mit den erforderlichen Bestandteilen zu produzieren.
Das Centre for Plant Breeding and Reproduction Research (CPRO-DLO) in Wageningen in den Niederlanden ist auf diesem Gebiet führend. Das Zentrum führt Forschungen zur Identifikation gesundheitsfördernder Substanzen in vielen Pflanzenarten durch. Pflanzen sind hervorragende Produzenten, und das aus verschiedenen Gründen: sie wachsen ständig nach und können Biomoleküle umweltfreundlich herstellen. Sie sind darüber hinaus effizient und flexibel, und sie eignen sich für Genmodifikationstechniken zur Optimierung der Produktion interessanter Substanzen. Ein anderer Vorteil besteht darin, dass sie mit Sonnenenergie "arbeiten".
Die untersuchten Substanzen sind primäre und sekundäre Metaboliten. Primärmetaboliten sind für das Wachstum und/oder den Erhalt des Organismus wesentlich, Sekundärmetaboliten entstehen als Nebenprodukte und erfüllen häufig Schutzfunktionen. Dr. Arjen van Tunen, der Leiter der Abteilung für Zellbiologie, erklärt das so: "Pflanzen können nicht aufstehen und weglaufen. Um dem Umweltstress widerstehen zu können, haben sie statt dessen eine Vielzahl von Schutzkomponenten entwickelt." Das CRPO-DLO hat bereits eine genmodifizierte Pflanzensorte entwickelt, die anstelle von Zucker große Mengen an Primärmetaboliten und Oligofruktan als Speichermolekül enthält. Diese Pflanzen besitzen ein großes Potential als Zuckerersatzstoff und Wachstumsstimulans für Bakterien, die für die Darmgesundheit sorgen (sogenannte Präbiotika).
Die Zukunft von Functional Food
Von anderen Gründen einmal abgesehen, lässt sich bereits aus dem hohen Stellenwert schließen, der der Vorbeugung von Krankheiten in den entwickelten Ländern beigemessen wird, dass der Markt für Functional Food ein mächtiges Potential in sich birgt. Wie erfolgreich er sich in der Zukunft entwickeln wird, hängt nicht zuletzt in großem Maße von der Art der Werbung für diese Lebensmittel ab. Dabei ist es wichtig, dass sowohl das funktionelle Lebensmittel an sich als auch die ihm verliehenen Eigenschaften wissenschaftlich anerkannt und bestätigt sind.
Centre for Plant Breeding and Agricultural Research (CRPO-DLO) Droevendaalsesteeg 1, P.O. Box 16, NL-6700 AA Wageningen, Niederlande Tel: +313 17 47 70 00
www.bib.wau.nl/crpo/
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