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Konservative Therapiemaßnahmen sich weitgehend verlassen
Eine medikamentöse Steinauflösung ist langwierig (6-24 Monate) und nur von unsicherem Erfolg. Die Steinzertrümmerung mittels Ultraschall (ähnlich wie bei Nierensteinen) ist gelegentlich bei Gangsteinen sinnvoll. Bei Steinen der Gallenblase hingegen kommt es zwar zu einer Fragmentierung der Konkremente, die nun einzeln in den Gallengang gelangen und dort zu einem Verschluß führen können. Alle konservativen Maßnahmen mit Belassen der Gallenblase führen in 50 % zu einem neuerlichen Auftreten von Steinen in den nächsten 2 Jahren.
Wann ist eine Operation erforderlich?
Die Indikation zu einer Operation stellt sich ab dem Auftreten auch nur geringster Beschwerden. Bei einer akuten Entzündung sollte die Operation so rasch wie möglich durchgeführt werden.
Beim symptomlosen Patienten gilt eine Risikoabwägung. In Studien führt das unbehandelte Gallenleiden in 3-30 % zu Komplikationen und in 1-3% sogar zum Tod. Dabei ist vor allem auf das Risiko für altere Patienten hinzuweisen. Dem gegenüber steht eine operative Komplikationsrate von 0,3-1% (für alle Altersgruppen). Aufgrund dieser Zahlen müsste man dem jüngeren Patienten mit asymptomatischen Gallensteinen die Operation empfehlen um ihn vor risikoreichen Komplikationen im Alter zu bewahren, während man bei betagten beschwerdefreien Steinträgern eher zurückhaltend sein sollte.
Die Operation wird in den meisten Fällen heute laparoskopisch durchgeführt. Mit einer dünnen Nadel wird Luft in den Bauch eingebracht, um einen Druck von 12-14 mm Hg aufrechtzuerhalten. Nun wird über einen kleinen Schnitt am Nabel eine Optik mit einem Mikrochip in den Bauchraum geführt. Dieser überträgt die Bilder an einen Monitor, sodass die Operation ermöglicht wird. Im folgenden werden weitere Trokare (0,3 - 1 cm im Durchmesser haltende Röhren) platziert und mit winzigen Zangen, Pinzetten und Scheren bestückt. Die Operation selbst wird wie bei der offenen Methode durchgeführt. Die Gallenblase wird von ihren bindegewebigen Strukturen befreit, der Gang zu Hauptgallengang und das Blutgefäß zur Gallenblase dargestellt, mit Titanklipps unterbunden und durchtrennt. Nun kann die Gallenblase durch den Schnitt am Nabel, der eventuell gering vergrößert werden muss, entfernt werden. Ein 2-4tägiger stationärer Aufenthalt nach der Operation ist üblich. Der Kostaufbau kann am nächsten Tag begonnen werden.
Komplikationen sind insgesamt selten. Bei schwierigen Verhältnissen (chronischen Entzündungen, Verwachsungen) ist der Eingriff unter Umständen laparoskopisch nicht möglich und die Operation muss eventuell auf die herkömmliche Art beendet werden. Aufgeklärt wird der Patient über allgemeine Risiken sowie über Infektion oder Blutung im Operationsgebiet. Spezielle Risiken betreffen Verletzungen der Bauchorgane bei der ersten Punktion (<0,01%) und Verletzungen des Hauptgallenganges (0,3%).
Gallengangsteine können endoskopisch entfernt werden. Ähnlich wie bei einer Magenspiegelung wird ein spezielles Endoskop in den Zwölffingerdarm bis zur Einmündung des Gallenganges geführt. Die Mündungsklappe wird aufgedehnt und eventuell auch eingeschnitten. Danach können die Steine mit einem speziellen Körbchen entfernt werden.
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