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Gefäßsystem angestrebt. Wichtig ist auch die Entfernung der abführenden Lymphbahnen und Lymphknoten. Denn über diese können Tumorzellen verschleppt werden und zur einer Ausbreitung des Tumors führen. Das Ausmaß der Resektion wird durch den Begriff Hemicolektomie (Entfernung des halben Dickdarms) bereits beschrieben.
Tumore des Mastdarmes erfordern ein differenziertes Vorgehen
Hier muss das gesamte Bindegewebe des kleinen Beckens unter sorgfältiger Schonung aller Nervenbahnen (zu Blase und Sexualorganen) entfernt werden. Die "totale mesorektale Excision" nach Heald stellt den Standard für Eingriffe im kleinen Becken dar, da dadurch die besten Ergebnisse in Beziehung auf die Rezidivrate (Wiederauftreten eines Tumors) erreicht werden können. Nach Entfernung des Darmabschnittes müssen die beiden Enden miteinander vernäht werde. Dies wird oft manuell (das heißt mit der eigenen Hand und einzelnen Knoten) oder maschinell durchgeführt. Dabei kommen spezielle Klammernahtgeräte zum Einsatz, die die beiden Darmstücke mit einer Doppelklammerreihe dicht verbinden. Ein künstlicher Ausgang (Stoma) ist nur dann unbedingt erforderlich, wenn der Schließmuskel vom Tumor befallen ist und eine Entfernung desselben notwendig wird. Bei tief sitzenden Tumoren kann vorübergehend ein künstlicher Ausgang zum Schonung der Anastomose (Naht) angelegt werden. Dieses Stoma wird nach 2-3 Monaten bei unauffälliger Schließmuskelfunktion wieder verschlossen.
Offene Chirurgie versus Laparoskopie
Für große Darmeingriffe sind bislang große Hautschnitte erforderlich. An vielen Abteilungen (hauptsächlich im Ausland: BRD, Frankreich und in den USA) wird die Tumorchirurgie des Dickdarmes auch laparoskopisch durchgeführt. Über einen kleinen Hautschnitt oberhalb des Nabels wird eine Kamera in den Bauch eingebracht, die Bilder an einen Monitor überträgt. 3-4 weitere kleine Schnitte erlauben den Zugang für weitere winzige Instrumente. Danach wird die Operation in gewohnter Weise durchgeführt und beendet. Umstritten ist diese Operationsmethode bei uns, da eine mögliche Verschleppung der Tumorzellen durch das Einblasen von Kohlendioxid diskutiert wird. Möglich wird die minimal invasive Operation durch die Entwicklung neuer Operationsgeräte. Das Ultraschallmesser erlaubt ein weitgehend blutfreies Operieren, sodass diese Instrumente auch aus der "offenen" Technik nicht mehr wegzudenken sind.
Die Komplikationen aller Darmoperationen liegen in den Wundheilungsstörungen. Die Wundinfektionsrate der Haut liegt bei 1-5%. Narbenbrüche werden bei größeren Schnitten in 10-20% der Fälle angegeben. Die schwerwiegenste Komplikation ist die Anastomoseninsuffizienz. Wenn die beiden Darmenden nicht vollständig zusammenwachsen kann Stuhl in die Umgebung austreten und eine lokale und systemische Infektion verursachen. Eine rasche Reoperation ist erforderlich um den Herd zu sanieren, eventuell muss vorübergehend ein Stoma angelegt werden.
Das Gesamtrisiko der Operation wird für den geplanten Eingriff mit 1 % angenommen, für Notfalleingriffe steigt das Risiko auf 10% an. Der Krankenhausaufenthalt beträgt in Österreich 10-14 Tage, eine postoperative Schonung wird zwischen 6 und 10 Wochen empfohlen.
Chemotherapie und Strahlentherapie
Die Forschung in der Krebstherapie liegt zum Großteil in der Entwicklung chemischer Substanzen, die speziell die Vermehrung und das Wachstum von Tumorzellen stoppen, ohne die "normalen" Zellen des Organismus zu schädigen. Diese Therapien werden unter dem Oberbegriff Chemotherapie zusammengefasst. Für die Tumore des Darmtraktes kommt die Chemotherapie im Anschluss an die Operation zum Einsatz, wenn histologisch ein Befall der Lymphknoten festgestellt worden ist. Zusätzlich werden Chemotherapien in österreichweiten Studien
über diese Indikation hinaus verabreicht.
Neuerdings konnten durch die präoperative Strahlentherapie des tiefen Mastdarmkarzinoms gute Ergebnisse erzielt werden. Ein Protokoll legt den Ablauf vor der Operation genau fest. Die genau definierte Bestrahlungsdosis wird über einen Zeitraum von 1-4 Wochen verabreicht. Die einzelne Therapie dauert dabei nur wenige Minuten und ist leicht ambulant durchführbar. Begleitet wird die Bestrahlung durch eine gleichzeitig durchgeführte Chemotherapie. 2-3 Wochen danach erfolgt die Operation. In einer Vielzahl von Fällen kommt es dadurch zu einer deutlichen Verkleinerung des Tumors, manchmal sogar zum kompletten Verschwinden des Krebses. Trotzdem wird derzeit im Anschluss die Operation durchgeführt, da noch keine verlässlichen Langzeitergebnisse der alleinigen Strahlentherapie vorliegen.
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